Medien und Politik
Mit dem Zweiten sieht man besser ... oder schwarz. Den unglaubliche Vorgänge spielen sich gerade im ZDF-Fernsehrat ab. Dessen stellvertrender Vorsitzender, Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will, das ZDF-Intendant Markus Schächter den Vertrag von Chefredakteur Nikolaus Brender nicht verlängert - vermutlich weil Brender nicht in die CDU-Wahlkampfstrategie passt. Dieses Verhalten bedeutet einen Rückfall in den Parteien-Proporz der 70er Jahre beim ZDF. Passend hierzu Paragraph 5 des ZDF-Staatsvertrages: "(1) In den Sendungen des ZDF soll den Fernsehteilnehmern in Deutschland ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Sendungen sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern." Wenn Roland Koch und mit ihm die CDU/CSU-Spitzenpolitiker versuchen, auf derart unverfrorene Art einen anerkannten und unabhängigen Journalisten in einem Bundestagswahljahr loszuwerden, dann kann man von nichts anderem sprechen, als das die Politik mal wieder versucht, einen letzten Rest Distanz zu den Medien auch noch kaputt zu machen. Nach meiner Meinung haben Parteien in einem Aufsichtsrat eine Medienunternehmens gar nichts zu suchen.
Wer sich auch gegen diese Art der Einflussnahme wehren will, kann hier einen Brief an ZDF-Intendanten Markus Schächter unterzeichnen!